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I. Bal’Rinian („Pfad der Erinnerung“)

Der Donner konnte ihre Schreie nicht übertönen. Geräusche aneinander schlagenden Metalls, wimmernde Pferde, die ihr Ende herbeisahen, tosende herumfliegende Flammen, Elementarbeschwörungen, deren Gebrülle nicht von dieser Welt schienen. Nichts von alledem konnte die Schreie übertönen. Schmerzensschreie, verzweifelte Schreie, Hilferufe, unerbittliches Kreischen, wohin man sein Ohr auch richtete.

Eine Schlacht zog sich an der Lichtung eines dunklen Sumpflandes zu. Es war Nacht. Nur herumschwenkende Fackeln und tödliche Feuerzauber erhellten das Geschehen, während umherspritzende Blutfontänen grausige Schatten auf den Körpern hinterließen. Ihre Schreie wurden immer lauter. Einige verstummten von einem Moment auf den anderen, andere wurden immer jammernder. In dieser Schlacht würde es niemals einen Sieger geben, das wussten sie alle, die sie auf diesem Feld standen.

Einer der Krieger, seine unverwechselbare Rüstung schimmerte in Blutrot und lies ihn direkt als einen Brecher erkennen, schwang gerade seine mit leuchtenden Runen verzierte metallene Lanze nach seinem Gegner, welcher den Schlag mit seinem Breitschwert parierte, das ebenfalls mit leuchtenden Runen bestückt war, die dem Schwert eine silberne Aura verliehen. Mit großem Schwung schleuderte der Verteidiger die Lanze des Brechers beiseite und verpasste ihm einen Tritt in den Brustkorb. Ein weiterer Fausthieb traf den Brecher direkt an der Schläfe und sein Helm fiel ihm vom Kopf, seine langen spitzen Ohren freilegend. Taumelnd fiel er nach hinten. Verschwommen sah er seinen Gegner an, dessen Kopf mit einem großen Helm bedeckt war, aus dessen Seiten zwei lange Hörner ragten. Mit beiden Händen hob dieser sein riesiges, pulsierendes Schwert und setzte zum Gnadenstoß an. Die Augen des am Boden liegenden Brechers weiteten sich, während er verzweifelt versuchte sich zu konzentrieren. Er fokussierte mit aller Kraft das große Schwert seines Gegners. Mehr stammelnd als beschwörend verließen ihn Worte der Macht. Als der Gegner gerade zuschlagen will, merkt er plötzlich, wie die Runen schlagartig ihre Leuchtkraft verlieren. Das Pulsieren seines Schwertes wird immer schwächer bis es verpufft wie die Flamme einer Kerze, die das Ende des Dochts erreicht hat. Der Angreifer bemerkt, wie das riesige Schwert mit einem Mal sein Gewicht zurückgewinnt bis er die Last nicht mehr tragen kann. Mit einem lauten Knall fällt die Schwertspitze in den sumpfigen Boden und wirft Schlammfontänen auf. Diesen kurzen Moment der Ablenkung nutzt der Brecher, um sich aufzurichten und seine Lanze zu ergreifen. Mit einer schnellen Drehung schlägt er zu und durchtrennt beide Arme seines Gegners, die immer noch den Schwertgriff hielten. Der Krieger heult auf vor Schmerz und fällt zappelnd zu Boden.

Der Brecher bewegt sich mit langsamen Schritten auf sein hilfloses Opfer zu. Als er vor ihm steht, kniet er sich zu ihm und entfernt mit einer Hand dessen Helm. Lange spitze Ohren werden freigelegt. Goldgelbe Strähnen kleben voller Schweiß an der Stirn, als der Brecher in ein schmerzverzerrtes, zitterndes Elfengesicht sieht. Seufzend und kopfschüttelnd steht der Brecher auf und hebt seine Lanze mit beiden Händen gegen den Himmel. Ein letztes Mal sieht er in die Augen seines am Boden liegenden Artgenossen, dessen Ende er soeben besiegelt hatte. Eine Träne lief ihm über die Wange, als er seine Augen schloss und mit einem Ruck zustieß.

Sie konnte ihn sehen. Ihn und seine Träne, seinen Schmerz und seine Trauer. Sie teilte all dies mit ihm, während sie gefesselt vor dem Geschehen an dieser Lichtung stand. Auch ihr lief eine Träne über die Wange, während das Bild vor ihren Augen immer verschwommener wurde und sich entfernte. Mit einem Mal war alles still und dunkel. Sie bemerkte plötzlich, dass ihre Augen geschlossen waren, öffnete sie… „…und an diesem faszinierenden Beispiel, meine Damen und Herren, können Sie eindrucksvoll die Wirkungsweise einer hexagonischen Anordnung von halbsymmetrischen Runenzeichen nachvollziehen.“

Verschwommen blickte sie um sich. Nur einen Moment lang schien sie eingenickt zu sein. Sie war wieder in ihrer gewohnten Umgebung. In einem großen Raum saß sie zusammen mit ihren 16 Kameraden. Vorne am Pult stand noch immer Magister Trajan, ein großer Gelehrter wie es hieß, ein alter Kriegsveteran, an dem die harten Jahre wohl nicht ganz spurlos vorbeigegangen waren, wie sie fand. Graue Haare und ein langer grauer Bart zierten sein strenges Antlitz.

Bria war froh, dass sie nicht wieder einmal in einem Moment ihrer geistigen Abwesenheit aufgerufen wurde, die Lehren des Magisters zu ergänzen. Oft genug war es schon geschehen, dass sie völlig aus dem Zusammenhang gerissen nur noch sinnfreies Gestammel von sich geben konnte. So stark sie es auch versuchte, sich auf die Studien zu konzentrieren, so sehr scheiterte sie daran, sobald es wieder geschah: einer ihrer Tagträume. Sie hatte sie schon unzählige Male und nie konnte sie sich das Gesehene in irgendeiner Weise zusammenreimen. Schließlich, nach einer wahrgenommenen Ewigkeit, war der Unterricht vorbei und Bria verließ die Akademie der Arkanen Künste und Wissenschaften. Um sie herum nahm sie Gruppen von Lehrlingen wahr, wie sie zusammen die Feierabende besprachen. So wie jeden Abend auch. Und sie würden sich über dieselben Beschäftigungsmöglichkeiten wie immer unterhalten. Und sie würden dieselbe wie immer auswählen: zunächst würden sie sich in der Güldenen Rose im Handelsdistrikt mehrere Biere reinkippen, nur um danach, sofern es der Alkoholpegel noch erlaubte, in die Altstadt weiterzuziehen, um sich die ein oder andere hübsche Gesellschaft anzulächeln oder der nächstbesten Rauferei mit übermäßigem Selbstwertgefühl beizutreten. Bria wusste von alledem, denn nicht selten hörte sie ihre Mitstudierenden am Tage darauf von ihren Ernüchterungsmethoden sprechen oder mit ihrer Männlichkeit prahlen. Nicht selten sprachen gerade diese Männer auch sie selbst darauf an, versuchten, ihr mit diesem lächerlichen Geschichten von Unüberlegtheit und Streitsucht zu imponieren. Und nicht selten musste Bria daraufhin die abfälligen Blicke der weiblichen Mitstudierenden erkennen, die sich nichts Sehnlicheres gewünscht hätten, als dass ihnen selbst diese Schmeichelei und Aufmerksamkeit des Männergeschlechts zuteil wurde. Doch all diese Nebensächlichkeiten interessierten Bria nicht. Sie wusste aus welchem Grund sie in Stormwind war. Mit Schmerz erfüllt dachte sie an ihre Eltern zurück.

Während die anderen Studierenden ihre Schlafkabinen aufsuchten, um sich ihrer Taschen zu entledigen, hatte Bria nur ein Ziel. Wie jeden Abend trat sie voller Erwartung in die Bibliothek von Stormwind ein, welche sich ebenfalls wie die Akademie der Arkanen Künste und Wissenschaften im Magierviertel befand. Wie jeden Abend war die Bibliothek fast leer, bis auf einige Assistenten, die zur Dämmerung des Tages die tagsüber durcheinander gebrachten Schriften wieder sortierten. Bria wusste, dass sie für ihre Gewohnheit, sich abends alleine in einer Bibliotheksecke einzunisten, reichlich Spott erntete. Doch es war ihr egal. Sollten die anderen ihren Spaß mit dem Alkohol, dem Geschlechteraustausch und den Raufereien haben, sollten sie sie doch als hoffnungslosen Bücherwurm degradieren. Für Bria gab es am Abend nichts Spannenderes als die ältesten Folianten aus der Bibliothek durchzugehen, Geschichten über die Welt zu erfahren, Theorien kennenzulernen, berühmte Persönlichkeiten kennenzulernen. Und so geschah es des Öfteren, dass sie ganze Nächte in der Bibliothek bei Kerzenschein verbrachte, nur um morgens in einer Decke aus Büchern aufzuwachen und panisch über die Gassen zu huschen, um noch rechtzeitig zum Unterricht zu erscheinen.

Am liebsten las sie Folianten über das Geschlecht der Hochelfen. Die Kinder der Magie. Ein Volk, welches seine gesamte Moral, seine Weltvorstellung und sein Handeln auf diesem abstrakten Aspekt aufbaute. Es gab nicht sehr viele Hochelfen in Stormwind. Sie hielten sich mit Vorliebe in ihrer eigenen Heimat auf und mieden üblicherweise andere Rassen. Gastvorträge von hochelfischen Magistern kamen hin und wieder mal vor, doch bezogen sich diese Vorträge meist auf die in den Lehren vorgestellten Inhalte, wie etwa bestimmte Runenzeichen oder Anatomien von Gnollen, weniger auf die eigentliche Magie des hochelfischen Volkes. Bria brannte darauf, diese Magie kennenzulernen. Und noch mehr brannte sie darauf, die Geschichte dieses einmaligen Volkes in sich aufzunehmen. Und so war sie unfassbar erfreut darüber, in den zahlreichen Regalen der Bibliothek auf einen uralten Wälzer gestoßen zu sein, der sich aktuell als höchstspannende Lektüre für sie gestaltete.

In diesem Foliant las sie über die „Imperatori“, die sieben alten Imperator-Dynastien, die nach dem Krieg der Ahnen vor Zehntausend Jahren eine Gruppe verstoßener Queldorei aus dem fernen Land Kalimdor nach Azeroth führten, um eine neue Heimat zu gründen. Bis heute galten diese sieben Dynastien als die Edelsten unter den Hochelfen. Der jeweils aktuelle Repräsentant dieser Dynastien wurde als Imperator oder als Elfenlord bezeichnet.

Die ranghöchste dieser Dynastien war die Sunstrider-Dynastie, durch deren Söhne königliches Blut floss. Im Vermächtnis Dath´remar Sunstriders, des Anführers der Verstoßenen, welcher die Hochgeborenen über den Maelstrom führte, regierte Prinz Kael´thas Sunstrider von Quel´Thalas, dem Hauptsitz der Hochelfen, mit Weisheit und Güte über sein Volk. Den Königstitel hatte der Prinz dabei stets abgelehnt in Ehrung seines verstorbenen Vaters, König Anasterian Sunstrider, welcher im Krieg gegen die Geißel umgekommen war.

An den Lichtungen von Tirisfal hatte die Tirisfalen-Dynastie ihren Sitz. Seit Generationen schon stellte diese Dynastie die wichtigsten Mitglieder des Tirisfal-Ordens, deren Aufgabe es war, Wissen der hochelfischen Künste bereitzustellen für die Prävention und Bekämpfung neuer Aktivitäten aus dem Twisting Nether. Für die schon seit Jahrtausenden fromme Erfüllung dieser Aufgabe erhielten die Mitglieder aus diesem Hause den ehrenhaften Beinamen „Tirisfalen“, welchen sie ehrfurchtsvoll von Generation zu Generation weitergaben, so dass der eigentliche Familienname mit der Zeit nicht mehr erwähnt wurde. Nur noch wenige kannten noch den ursprünglichen Familiennamen. Der aktuelle Repräsentant aus diesem Hause war Imperator Calduin Tirisfalen, welcher seit jeher als enger Freund und Berater der Königsfamilie fungierte.

Grenzte man den Kontinent auf der Höhe zwischen den Arathi Hochländern und den Wetlands ab, so waren die hochelfischen Regierungsbezirke um die Häuser Sunstrider und Tirisfalen gemeinhin als Nordelfen bekannt. Die Südelfen, deren Einflussbereich sich von den Wetlands aus an der östlichen Küste weiter nach Süden fortsetzte, machten in Summe den größeren Teil des hochelfischen Volkes aus, ließen sich jedoch in fünf kleinere Hoheitsgebiete unterordnen:

Die Frostglance-Dynastie beheimatete die gesamte Gegend um die Wetlands und grenzte hierdurch im Süden an Loch Modan und im Südwesten an die Zwergenheimat Dun Morogh an. Die aktuelle Repräsentantin Imperator Findelia Frostglance überwachte den Verkehr zwischen Nord- und Südhälfte des Kontinents und galt als eine enge Vertraute des Zwergenkönigs Magni Bronzebeard.

Die rauen Gegenden der Badlands wurden von der Shadowhaze-Dynastie beheimatet. Imperator Tarian Shadowhaze stellte den jüngsten Spross unter den Imperatori dar und hatte sein Amt vor noch nicht allzu langer Zeit von seinem Vater Tessalion übernommen.

Als ausgestorben galt die Nightblade-Dynastie, welche ihren Sitz in der ehemals idyllischen Region hatte, die seit der Erschaffung des Dunklen Portals als Blasted Lands bekannt war. Bei der finalen Schlacht des zweiten Krieges gehörte Imperator Haeron Nightblade zu den ehrenvollen Helden der Allianz, die sich auf Draenor opferten, um die Schließung des Portals zu ermöglichen. Ohne ein Erbe hinterlassen zu haben, starb dadurch die Linie aus. Imperator Nightblade wurde seitdem von den Hochelfen als einer der größten Heroen in der Geschichte der Queldorei geehrt. Zudem sollte sich angeblich eine loyale Anhängergruppe in den Blasted Lands gebildet haben, die Haeronauten, welche Legenden zufolge immer noch über das Dunkle Portal wachte.

Die Flameweaver-Dynastie befand sich in einem südwestlichen Teil der Blasted Lands an der Grenze zu der Trollstadt Zul’Gurub. Ihre Mitglieder galten zu jeder Zeit als Meister im Umgang mit Feuerzaubern und –beschwörungen. Imperator Etherion Flameweaver war als einer der größten Magier aller Zeiten und darüber hinaus als unerbittlicher Stratege in ganz Azeroth bekannt. Seine arkane Stärke sowie seine Härte im Umgang mit Feinden gleichermaßen musste er immer wieder im Kampf gegen die Trolle des Südens sowie gegen die Diener der Brennenden Legion, welche nach dem Dritten Krieg Zuflucht im Tainted Scar suchten, unter Beweis stellen.

Als Bria die nächste Seite des Folianten aufschlug, stutzte sie. Es war bereits das nächste Kapitel. Ungläubig überflog sie die vorherigen Absätze nochmals.

Prinz Kael’Thas Sunstrider, … Lord Calduin Tirisfalen, … Lady Findelia Frostglance, … Lord Tarian Shadowhaze, … Lord Haeron Nightblade, … Lord Etherion Flameweaver …

Sechs.

Sechs der sieben Imperatori. Einer fehlte. Sie nahm den schweren Folianten mit beiden Händen und hielt ihn nun vollständig an das Kerzenlicht. Erst jetzt fiel ihr auf, dass eine Seite fehlte. Sie war offensichtlich herausgerissen worden. Bria dachte nach. Der Schreiber dieses Foliants wird sich beim Schreiben der vorherigen Seite bereits Gedanken über den Inhalt der fehlenden gemacht haben. Diese Gedanken müssten sich in Form schwacher arkaner Energie in den Zeichen des vorhandenen Textes verfestigt haben. Mit etwas Aufwand konnte es also durchaus möglich sein, diese Energie wahrzunehmen und zu rekonstruieren. Natürlich wurde die Energie immer schwächer, und somit schwerer lesbar, je länger und tiefer sich der Inhalt der fehlenden Seite gestaltete. Doch während andere Lehrlinge vergeblich nach einer Lösung für dieses Problem suchten, kannte Bria die Antwort darauf bereits. Sie wusste, dass, ebenso wie der Schreiber „vordachte“, er auch die Erinnerung dessen behalten würde, was er zuvor schrieb, während er tatsächlich aber schon viel weiter vorangeschritten war. Somit konnte der hintere Teil des fehlenden Textes also aus dem nachfolgenden Text extrahiert werden.

Als sie sich gerade daran setzen wollte, die letzten Zeichen vor der herausgerissenen Seite genauer zu untersuchen, hörte sie plötzlich, wie jemand um die Ecke des Bücherregals am anderen Ende herbeieilte. Es war Marius, der Bibliothekarslehrling. Ein blonder, dünner junger Mann, wie immer fromm in seinem violetten Bibliothekarshemd gekleidet. Bria kannte ihn gut. Seit sie die Vorliebe dafür gefunden hatte, sich regelmäßig in den alten Büchern der Bibliothek zu vertiefen, verstand sie sich sehr gut mit ihm. Marius wusste immer, wo die ältesten und wertvollsten Folianten aufbewahrt waren. Und er half ihr gerne. Mit der Zeit hatte Bria gemerkt, dass er sich daran gewöhnt hatte, jeden Abend um die gleiche Uhrzeit auf sie zu warten, um ihr neue Lieferungen zu zeigen oder alte Bücher, die er gefunden hatte. Sie mochte ihn sehr, aber sie sorgte sich auch zusehends, dass er in ihr mehr sah als nur eine gute Freundin.

„Bria, das musst du dir ansehen!“, schnaufte Marius, sichtlich erschöpft von seinem Sprint über die Treppenstufen der Bibliothek. Bria sah ihn fragend an, schweigend. „In der Güldenen Rose scheint sich eine Prügelei anzubahnen! Wenn wir uns beeilen, kommen wir vielleicht noch rechtzeitig dorthin“

„Prügeleien stehen in der Güldenen Rose doch an der Tagesordnung, Marius.“ antwortete Bria uninteressiert, sich wieder dem Folianten mit der fehlenden Seite zuwendend. „Ich würde mich wundern, wenn dort ausnahmsweise mal Frieden herrschen würde.“

„Diese nicht. Durian hat sich mit einem Fremden angelegt. Ich habe diesen Mann noch nie zuvor in Stormwind gesehen.“ Er griff ihren Arm und zog sie einfach mit sich. Bria war so überrascht von seinem Drängen, dass sie kaum Gegenwehr zeigte.

„Jetzt beruhige dich doch, Marius. Ich gebe dir Recht, die Lehrlinge der Akademie schlagen sich mit Vorliebe gegenseitig die Köpfe ein, statt sich mit Fremden anzulegen. Aber warum sollte uns das interessieren?“ Bria dachte schon eher daran, dass Marius einfach einen Anlass gefunden hatte, sie mitzunehmen.

„Du wirst es nicht bereuen“, grinste Marius, während sie die Bibliothek verließen. „Dankbar wirst du mir noch sein, dass ich dich mitgezogen habe.“

„Was macht dich da so sicher?“ fauchte Bria leicht genervt zurück.

„Der Fremde“, Marius‘ Grinsen wurde immer selbstbewusster, „er ist ein Perian.“

Bria traute ihren Ohren kaum. Hatte Marius tatsächlich gerade gesagt, dass ein Perian, ein Mischling, in Stormwind war? Es gab nicht viele Schriften über solche Wesen, die halb Elf, halb Mensch waren. Es heißt sie wären dem elfischen Geschlecht stärker zugewandt und dementsprechend würden sich auch diese Gene stärker im Erscheinungsbild äußern. Auch in ihrer Verbundenheit zum Arkanismus standen die Perian ihrer elfischen Rasse in Nichts nach.

Bria hatte noch nie einen gesehen. Doch sie wusste, dass Marius Recht hatte. Für den seltenen Anblick eines Perian lohnte es sich, die Güldene Rose aufzusuchen. Sie ließ sich nun nicht mehr mit sich ziehen, sondern rannte energisch neben Marius in Richtung Handelsdistrikt.

13.5.14 03:40


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